Jonathan Scheiner Texte & Musik

28Feb/11Off

…das ist Jonathan Scheiner

 

...das ist Jonathan Scheiner. Er wurde 1965 in Banlieue-En-Provençe geboren. Sein Studium der Literatur- und Kunstwissenschaften an der TU Berlin hat er mit einem Magister Artium abgeschlossen. Das "Magisterloch" hat er als glückloser experimenteller Poet in Madrid überbrückt. Dann hat er angefangen, Artikel, Kritiken und Kolumnen für Zeitungen und Magazine zu schreiben. Später kamen Texte für Wohnungsbaugesellschaften und  Theater oder auch gesundheitspolitische Newsletter dazu. Für verschiedene Radiosender macht er Porträts über Musiker. Und er produziert regelmäßig eine 24-seitige Musikbeilage....

Er lebt mit Frau, Kindern und Katzen in Berlin-Schöneberg und arbeitet jetzt im guten alten Kreuzberg.

 

jonathan.scheiner(at)snafu.de

 

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28Feb/11Off

Serge Gainsbourg DeutschlandRadio Kultur

Vom Comic zum Film

"Serge Gainsbourg" - Regiepremiere von Zeichner Joann Sfar

(DeutschlandRadio Kultur - Aus der Jüdischen Welt, 15.10.2010)

Das diesjährige Hamburger Filmfest wurde mit dem Spielfilm "Gainsbourg - Der Mann der die Frauen liebte" eröffnet. Der Film über das turbulente Leben Gainsbourgs stammt von einem Mann, der als Filmemacher ein Neuling ist. Denn eigentlich ist der Mann für ganz andere Werke berühmt: Kinder kennen sein Comic "Der kleine Vampir", der im Kinderkanal sein Unwesen treibt. Und auch die Erwachsenen kennen den Regisseur eher als Zeichner von Comicbüchern wie "Die Katze des Rabbiners", "Klezmer" oder "Die kleine Welt des Golem". Sein Name: Joann Sfar.

Der Regisseur ist wie Serge Gainsbourg Franzose und hat jüdische Wurzeln. Aber das ist nicht die einzige Gemeinsamkeit zwischen Joann Sfar und dem Enfant terrible der französischen Popmusik. Sfar ist mit den Hits seines Landsmannes groß geworden, schon als Kind hat er all seine Hits gesammelt. Natürlich auch die skandalträchtige Keuch- und Hechelhymne "Je t'aime ... moi non plus".

Der Film erzählt Episoden aus dem Leben des Lucien Ginzburg, wie Serge Gainsbourg ursprünglich hieß. In knapp zwei Stunden reihen sich nicht nur all die wunderbaren Songs aneinander, sondern auch die schönsten Frauen der Zeit, mit denen Gainsbourg eine Liason dangereuse pflegte: Juliette Greco, Jane Birkin und natürlich auch Brigitte Bardot. Im Film wird die unsterbliche B.B. vom Supermodel Laetitia Casta gespielt, die die Leinwand förmlich zum Knistern bringt. Doch nicht nur wegen der Schauspieler ist der Film unbedingt sehenswert. Es ist vor allem die jüdische Seite Gainsbourgs, die mit größter Empfindsamkeit in Szene gesetzt wird. Dazu zählt auch die Episode, in der der junge Gainsbourg als Musiklehrer auf ein Orchester von Waisenkindern trifft, die die Schoa überlebt haben. Aus einzelnen fragilen Tönen entwickelt sich allmählich ein fröhliches Klesmerstück, zu dem Gainsbourg einen wilden Tanz aufführt. Eine Geschichte, die fast zu schön ist, um wahr zu sein.

"Die Geschichte ist wahr. Nach dem 2. Weltkrieg hat Serge Gainsbourg für zwei Jahre an einem Institut gearbeitet, wo all die Waisenkinder zusammenkamen, die den Genozid überlebt hatten. Er war ihr Musiklehrer und er war auch eine Art Clown für sie. Sein erstes Publikum als Musiker waren also elternlose jüdische Kinder. Ich glaube, es erzählt eine Menge darüber, wer Serge Gainsbourg war und warum er diese Sorte von altem Punk wurde, der immer besoffen war und der immer so versessen darauf war, dass ihn die Menschen lieben. Diese Episode erzählt auch eine Menge über seine Beziehung zu Musik und Unterhaltung. Er stammte aus einer Familie, die Klassische Musik und die Schönen Künste pflegte und er hat sich immer dafür geschämt, dass er nur ein Entertainer war."

Musik spielt nicht nur im Gainsbourg-Film eine tragende Rolle. Auch im Leben des Joann Sfar ist sie von zentraler Bedeutung. Das wird spätestens im Comic "Klezmer" deutlich. Die Geschichten spielen zwischen Lemberg und Odessa und sie handeln von den wilden Abenteuern von umhervagabundierenden Klesmermusikern. Joann Sfar führt dem Leser eine Welt vor Augen, die es heute nicht mehr gibt, die er aber noch aus den Erzählungen seines polnisch-ukrainischen Großvaters kennt. Der andere Teil von Joann Sfars Familie stammt hingegen aus dem Maghreb.

"Mein Vater ist ein Pianist. Er spielte Klavier in Algerien, um sein Studium zu finanzieren. Er spielte in Clubs, Bars und Bordellen. Meine Mutter dagegen war eine Pop-Sängerin. Ich wuchs in einer jüdischen Familie auf, die halb ukrainisch, halb algerisch war. Ich wuchs also auf mit zwei Arten von Musik. Ich habe sowohl Klesmer gehört als auch jüdisch-arabische Musik wie die von Maurice El Medioni, Lili Boniche oder Henry Comessias, der ein wunderbarer klassischer Sänger von populärer arabischer Musik ist. Ich fühle mich auch zeitgenössischem Klesmer nahe wie dem der Amsterdam Klezmer Band. Ich habe mit der Band beim Animationsfilm "Die Katze des Rabbiners" zusammengearbeitet."

Der Film "Die Katze des Rabbiners" soll im Frühjahr in die deutschen Kinos kommen. Bis dahin kann man sich mit dem gleichnamigen Comic im Avant-Verlag trösten, wo auch das übrige Werk von Joann Sfar erscheint. Und natürlich kann und soll man sich "Gainsbourg - Der Mann der die Frauen liebte" anschauen. Der Film läuft ab dem 14. Oktober in den Kinos.


http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/ausderjuedischenwelt/1296554/
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28Feb/11Off

Joann Sfar Interview

Erotik gehört immer dazu - Joann Sfar über Comics, Kino und sein sefardisch-aschkenasisches Erbe (Jüdische Allgemeine 27.01.2011)

Herr Sfar, vor Ihrem »Gainsbourg«-Film kannte man Sie nur in der Comic-Szene. Was hat der Kinoerfolg verändert?
Na, die Hotelbetten sind schon besser geworden, obwohl ich immer noch mit meinen Comics mehr Geld verdiene als mit meinen Filmen. Aber das wirklich Neue ist, dass ich als Regisseur nicht mehr alleine arbeite. Bei der Produktion des Films musste ich mich mit einem 300-köpfigen Team auseinandersetzen. Ich habe gelernt, dass ich nett zu Menschen sein muss.
Eine schwere Übung?
Nein, denn dafür bekommst du Liebe und Aufmerksamkeit, noch bevor dein Werk fertig ist. Als Comiczeichner ist das ganz anders. Da kräht kein Hahn nach dir, solange du alleine am Zeichentisch sitzt.
Im Film wie im Comic sind Ihre Themen Musik und Jüdischkeit. Erotik spielt auch immer eine große Rolle. Aber es stimmt schon. »Gainsbourg – Der Mann, der die Frauen liebte« ist ein Film über einen Musiker, der jüdisch ist. Gainsbourg kam aus einer Familie, für die klassische Musik und die schönen Künste große Bedeutung hatten. Deshalb hat er sich auch immer dafür geschämt, dass er nur Entertainment macht. Aber für jüdische Musik oder Klesmer hat er sich nicht interessiert. Ich glaube, er hat seinen jüdischen Hintergrund nur dafür gebraucht, um anderen Leuten ans Bein zu pissen.

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/9539/highlight/joann&sfar

 

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28Feb/11Off

Mayra Andrades Wundermittel

 

Wundermittel aus Samt und Seide (Schwäbische Zeitung, 11.2.2011)

 


Wer glaubte, die Sängerin Mayra Andrade habe ihren Erfolg hauptsächlich ihrer strahlenden karibischen Schönheit zu verdanken, der muss dieses Vorurteil spätestens mit ihrem dritten Album “Studio 105” revidieren. Ihre musikalische Klasse ist für jedenmann überprüfbar, weil die Sängerin auf dem Album live singt, umspielt von einem Quintett aus hervorragenden Musikern. Die 1985 im kubanischen Havanna geborene Frau, die auf den Kap Verden, im Senegal und auch in Deutschland aufwuchs, lebt inzwischen in Paris, von wo aus sie ihre Karriere ins Rollen gebracht hat....

 

 

 

 

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27Feb/11Off

Dance Dance Dance – Jonathan Scheiner tanzt Ballett

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