Jonathan Scheiner Texte & Musik

26Nov/13Off

Kontrabass – Kammermusik – Kindergarten: Anne Mette Iversen

Die Bassistin Anne Mette Iversen zählt zu den wenigen Jazzmusikerinnen, die von New York nach Berlin gezogen sind. In ihrer neuen Heimat agiert die Dänin nicht nur als Bandleaderin, sondern betreibt nach wie vor ihr Label Brooklyn Jazz Underground. Hinter der zarten Fassade der Skandinavierin versteckt sich eine Powerfrau, die den Alltag zwischen us-amerikanischem Jazz, nordeuropäischer Kammermusik und Neuköllner Kindergarten meistert. Jonathan Scheiner hat die Bassistin am 26.11.2013 bei Tonart Jazz/DeutschlandRadio Kultur vorgestellt.

Die Bassistin, die hier für eine gefühlte Ewigkeit Ton und Takt hält, das ist die Dänin Anne Mette Iversen. Sie ist eine der wenigen Frauen, die sich in der Männerwelt des Jazz durchgesetzt haben, trotz ihres Instruments, dem Kontrabass. Iversen gehört damit zu einer sehr raren Spezies und man braucht schon eine Weile, bis einem überhaupt ein paar Jazzbassistinnen einfallen. Der Kontrabass ist und war schon immer eine Männerdomäne. Doch genau dort fühlt sich die Frau aus Kopenhagen pudelwohl. Iversen hat bereits ein halbes Dutzend CD’s unter eigenem Namen produziert und auf ihrem Label Brooklyn Jazz Underground herausgebracht. Die Herkunftsbezeichnung Brooklyn ist insofern irreführend, als Iversens Kompositionen eine Mischung aus amerikanischem Jazz und europäischer Kammermusik darstellen.

Anne Mette Iversen betreibt zwei völlig unterschiedliche Bands unter eigenem Namen. Die erste Band ist eine Art Kammermusikensemble, mit dem sie die Poesie ihrer nordischen Heimat beackert, Gedichte von Svende Groen, Henrik Ibsen und John Keats. Auf dem eben gehörten Doppel-Album „Poetry on Earth“ spielen neben den beiden Amerikanern John Ellis und Dan Tepfer die beiden Sängerinnen Maria Neckham und Christine Skou.

Daneben betreibt Anne Mette Iversen das AMI Quartet, ein klassisches Jazzquartett um den schon genannten John Ellis am Saxophon, Danny Grisett am Klavier und Otis Brown am Schlagzeug. Das klingt nach zwei strikt voneinander getrennten Hemisphären. Doch bei Bedarf wird das Jazzquartett von einem klassischen Streicherquartett ergänzt  - wie auch auf dem Album „Best of the West“ von 2008. Es versteht sich fast von selbst, dass diese und andere Songs von der Bassistin selbst komponiert wurden.

Es gibt eine Reihe von Gründen, warum sich Anne Mette Iversen dazu entschlossen hat, nach Berlin zu ziehen. Eine künstlerische Entscheidung stand dabei nicht im Vordergrund, sondern die private: Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Jazzbassisten Josh Ginsburg, war im Laufe der Zeit der Wunsch gereift, mit ihren beiden Kindern nicht länger in einem stressigen Moloch wie New York zu leben, sondern ins gute alte   Europa überzusiedeln.

AMI: Natürlich, ich bin zwar aus Dänemark und wir dachten, es könne nett sein, für eine Zeit näher bei meiner Familie zu leben. Das ist aber nur ein Aspekt. Ich denke, dass es nicht wirklich wichtig ist, wo auf der Welt du bist, weil die Kommunikation so einfach geworden ist. Ich kann jederzeit dorthin fliegen und mit den Musikern des Brooklyn Jazz Underground-Kollektivs zusammenspielen. Die Tickets sind schließlich gar nicht so teuer, wenn man mal dorthin muss. Natürlich ist es nett, wenn man den Flug mit der Arbeit verbinden kann, um die Kosten zu minimieren. Doch mal ganz abgesehen davon: Ich vermisse die regelmäßige Arbeit mit den Musikern des BJU-Kollektivs.

Anne Mette Iversen muss nicht nur ihr BJU-Label am Laufen halten, sondern auch ihre Karriere als Bandleaderin. Das ist umso schwerer, zumal auch ihr Mann Josh Ginsburg ein gefragter Bassist ist. Da hilft es, dass die äußeren Bedingungen in Berlin besser sind als in anderen Metropolen. Die Lebenshaltungskosten sind dort deutlich geringer. Erst dieses Umfeld verschafft Anne Mette Iversen den nötigen Freiraum, künstlerisch tätig zu sein – auch wenn sie darauf verzichten muss, wie einst in New York nicht mehr fünfmal pro Woche bis in die späte Nacht hinein Gigs zu spielen.

Vor allem als Komponistin profitiert Anne Mette Iversen vom Berliner Way of Life. Beim Komponieren kann sie auf eine gediegene musikalische Ausbildung zurückgreifen, weil sie einst Klassisches Klavier am Konservatorium in ihrer Heimatstadt Kopenhagen studiert hat. Zum Kontrabass kam sie erst viel später.

AMI: Nach ein paar Jahren konnte man sich ein weiteres Instrument aussuchen. Sie hatten dort am Konservatorium auch eine Jazzabteilung. Ich ging also zu dem Bassdozenten, weil ich cool fand, wie er spielte. Und so fing ich mit dem E-Bass an, der mich bald ganz in den Bann schlug. Ein volles Jahr lang habe ich das gemacht, obwohl ich immer noch offiziell Klavierstudent war. Doch dann gab es dort eine dieser Sommerakademien, wo man bei den Größen des dänischen Jazz studieren konnte. Schon nach einer Woche war dann klar, was ich zu tun hatte. Also hörte ich mit dem Klavier auf und wechselte an das „Rhythmic Music Conservatory“ in Kopenhagen. Es war völlig klar, dass der Bass besser zu mir passt. Er schien meiner Persönlichkeit am nächsten zu kommen. Ich hatte da keinerlei Zweifel. Erst später habe ich mir dann einen Kontrabass gekauft – und damit meinen richtigen Sound gefunden.

Auf dem langen Weg von einer klassischen Pianistin über eine Ebass-Studentin bis hin zu einer Kontrabassistin hat Anne Mette Iversen schon viel erlebt. Nur Konzerte mit ihrem Mann mag sie nicht so gerne spielen. Sie sagt, Musik mit zwei Kontrabassisten – das klinge einfach nicht gut, auch wenn Dave Holland und Barre Phillips 1971 bereits den Gegenbeweis angetreten haben.

Aber es gibt ja noch so viel mehr zu tun als das, zumal in Berlin. Zum Beispiel ein Kirchenkonzert zu komponieren, basierend auf dem Barocklied „Wer nur den lieben Gott läßt walten”. Iversens Vorbild Johann Sebstian Bach hat das Lied einst zu einer Choralkantate umfunktioniert und auch Felix Mendelssohn Bartoldy hat es bearbeitet. Da steht Anne Mette Iversen also in einer stolzen Klassik-Tradition.

Obendrein gibt es von ihr auch noch ein Füllhorn von wunderbaren Jazzsongs. Eines ihrer Alben dreht sich nur um eine einzige kleine Melodie, die sie ihrem Sohn Milo entlehnt hat. Die Bassistin hat daraus ein Leitmotiv für ihr Album “Milo Songs” gemacht. Kinder von Jazzbassistinnen scheinen sehr inspierend zu sein!

 

 

 

 

 

 

 

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7Nov/13Off

Ute Lemper über Neurosen, deutsche Schuld und Disziplin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Frau Lemper, auf ihrer neuen CD singen sie Liebesgedichte von Pablo Neruda. Wie kam es dazu?

Nach meinem Piazzolla-Projekt hatte sich meine Seele weit geöffnet für südamerikanische Musik. Also habe ich mir einen Berg mit Büchern lateinamerikanischer Autoren gekauft, von Jorge Luis Borges bis hin zu Pablo Neruda. Der größte Teil von Nerudas Dichtung war ja politisch und schon deshalb sehr schwer zu vertonen. Aber dann ist mir ich dieses kleine Büchelein mit Liebesgedichten in die Hände gefallen, das ich mir zunächst gar nicht angeguckt hatte. Und es war sofort klar: Das will ich machen.

 

Im Laufe ihrer Karriere haben vor allem politische Lieder gesungen. Warum dieser Wandel?

Nerudas Gedichte sind sehr schmerzvoll, aber keinesfalls romantisch und voller Herzschmerz. Ich habe mich beim Komponieren vom Rhythmus der Verse und der Stimmung inspirieren lassen. Die Musik ist in Zusammenarbeit mit dem argentinisch-jüdischen Bandoneon-Spieler Marcelo Nisinman entstanden, mit dem ich schon das Piazzolla-Projekt gemacht hatte. Marcelo ist kein Liedschreiber, sondern er komponiert klassische Musik und alles, was mit Tango zu tun hat. Mein Interesse dagegen geht mehr in Richtung Lied und Text. Aber bei Neruda kannst du nichts rummachen, abschneiden oder rumfummeln. Das Gedicht muss genauso so bleiben wie es ist. Es lebt durch seine Sprache.

 

Wie sind die Stücke entstanden?

Nisinman hat den ersten Schub mit mir geschrieben und den Rest habe ich dann alleine am Klavier komponiert. Ich wollte mich von der Welt des Tango ein wenig entfernen und andere Elemente wie Blues oder Jazz einfließen lassen. Neruda war schließlich Chilene und kein Argentinier, weshalb ich den Worldmusic-Charakter in den Vordergrund rücken wollte, mit Gitarre und Charango. Ich wollte rhythmische Elemente verwenden, die nicht unbedingt aus der argentinischen Musik stammen, wobei sich das Argentinische insofern sogar begründet hätte, als Neruda lange Zeit im Exil in Argentinien gelebt hat und die Liebe seines Lebens, Matilde Urrutia, eine Argentinierin war. Doch mein Neruda-Projekt sollte mehr Richtung Chanson gehen, einen Chanson, wie es ihn heutzutage nicht mehr gibt und wie ich ihn am liebsten mag, einen Chanson wie „Ne me quittes pas“ von Jacques Brel oder „Padam Padam“ von Edith Piaf.

 

Mit der Veröffentlichung der CD steht wieder eine Mammuttournee an. Wie bekommen Sie die mit ihrem Familienleben in Einklang?

Mein ältester Sohn, Max, ist schon 19 und geht an die Uni. Meine Tochter ist 17 und ist eigentlich auch schon erwachsen. Und dann gibt es eben noch die beiden Kleinen, sieben und zwei Jahre alt. Diesmal tat es mir sehr weh, in den Flieger zu steigen, weil ich zuvor schon zwei Wochen in Australien getourt war und dann nur vier Tage zuhause bleiben konnte, um dann wieder für zehn Tage meinen Wohnort New York zu verlassen. Das ist echt beschissen. Doch auf der anderen Seite habe ich mit dem vierten Kind das erste Mal mein Leben richtig gut organisiert. Wir haben ein Au-Pair und eine Nanny. Und mein Mann Todd Turkisher bleibt zuhause.

 

Wieso gehen Sie nicht mehr gemeinsam auf Tour?

Die gemeinsamen Momente auf der Bühne sind zwar super, aber alles andere ist einfach zu viel Stress. Auf Tour brauche ich meine Friedensmomente, da will ich einfach mal nur ein Buch lesen, Dinge, zu denen ich zuhause bei dem vielen Trubel einfach nicht komme. Mein Mann ist zwar Schlagzeuger, aber auf Tour immer schlecht gelaunt, weil er nicht gut mit Jetlag umgehen kann. Ich kriege es mit meinem deutschen Holzkopf noch ganz gut hin, dass ich mich diszipliniere, aber für ihn ist das immer eine Katastrophe.

 

Das klingt nach einem typischen New Yorker?

Todd ist total neurotisch, paranoid. Auch Mercelo Nisinman ist so. Typisch jüdisch. Wobei ist das mit aller Liebe sage. Hinzu kommt auch noch sein Verfolgungswahn. Marcelo tut so, als sei die Shoa seine eigene Geschichte, obwohl er Third-Generation ist. Ich sage ihm immer: Relax doch mal ein bißchen. Aber das kann er nicht.

 

Können Sie das nicht nachvollziehen?

Ich kenne mich mit dieser Befindlichkeit inzwischen gut aus. Todd ist jüdisch, und auch mein erster Mann, David Tabatsky, war jüdisch. Sein Vater war noch Kantor, doch David hatte sich von seiner jüdischen Herkunft losgesagt. Das war schon ein Dickes Ding, als David mich seiner Mutter vorstellte. Später hat sie mich zwar akzeptiert, doch sie hat durchgesetzt, dass unser Sohn Max Bar Mizwa macht. Auch meine Ex-Boyfriends waren schon alle jüdisch. Ich habe mir das zwar nicht so ausgesucht, aber vielleicht ist das ja mein Schicksal, die jüdischen Männer glücklich zu machen. Und sie von ihren Neurosen zu heilen.

 

Wie geht denn das?

Ich habe ein großes Maß an Stille und Ruhe in mir. Ich hasse es, wenn ich unnötig leiden muss. Ich bin ein positiver Mensch und suche aus allem immer nur das Positive. Obwohl ich als Künstler einem enormen Stress ausgesetzt bin. Dieser ganze Star-Rummel und all die Schubladen, in die du hineingesteckt wirst. Und auch das Älterwerden: Weg damit, ich will nichts davon hören. Ich gehe auf die Bühne und möchte gelassen werden, als würde ich zur Probe gehen. Das ganze Drumherum, da habe ich Jahrzehnte gebraucht, um das alles abzuwerfen.

 

Welches Verhältnis haben sie denn zu Judentum?

Meine Männer sind keine praktizierende Juden. Intellektuell habe sie sich gegen ihr Judentum aufgelehnt. Vor allem Todd. Und das liebe ich ja auch an ihm und seiner Familie. Dass sie bereit sind, immer alles in Frage zu stellen. Obwohl sie ihre Kultur lieben, wird sie gleichzeitig mit Humor, Süffisanz und Ironie in Frage gestellt. Was die Christen ja nicht können.

 

Und Sie?

Ich selbst bin mit 18 aus der Kirche ausgetreten. Schon meinem ersten jüdischen Mann habe ich gesagt: Das lebe ich mit dir. Ich bin zwar nicht wegen ihm konvertiert, aber ich würde sagen, dass ich die jüdische Kultur gutheiße. Praktisch bedeutet das Jüdischsein bei uns zuhause nicht viel, außer dass wir beispielsweise an Chanukka die Kerzen anzünden und ein kleines Liedchen über die Kerzen singen. Da kann sich Todd gerade noch daran erinnnern. Natürlich haben wir auch einen Weihnachtsbaum, weil der ist schon ein wenig prächtiger als so eine kleiner Chanukkia. Bei uns wird beides gefeiert, aber eher aus Gründen der Familie und des gemeinsamen Essens.

 

Wie geht es ihnen als Deutsche unter Juden?

Witze über Deutsche kann ich mir erlauben, aber Witze über Juden würde ich nicht machen. Höchstens unter meinen besten Freunden. Dabei liebe ich es durchaus, jüdische Neurotiker auf die Schippe zu nehmen. Und davon gibt es eine Menge in New York. Gerade eben habe ich Woody Allen getroffen und bei seinem neuen Film einen kleinen Auftritt gehabt. Allen ist sozial total inkompatibel. Völlig verdreht, kann keine normale Diskussion führen, macht alle Schauspieler verrückt. Genauso wie in seinen Filmen.

 

Und welches Verhältnis haben sie zu New York?

Das tolle an New York ist, dass ein Großteil des Publikums, auch meines, jüdisch ist. Ich singe ja auch Lieder in Jiddisch, teilweise sogar in Hebräisch. Das mache ich seit 2003, seit dem Projekt „Nomade“ im Théâtre du Châtelet in Paris. Da ging es um Exil-Lieder, russische Lieder, aber auch Lieder von Hanns Eisler, Chava Alberstein oder Kurt Weill.

 

Wie haben sie denn Jiddisch gelernt?

Man kann diese jiddischen Songs auf Youtube finden, was einen Rabbi aus Chicago dazu animierte, meine Aussprache zu kritisieren. Das mündete in einer Telefonkonferenz, bei der mir der Rabbi eine Stunde lang Jiddischunterricht gab. Später habe ich ihm dann die fertige Aufnahme meiner Songs geschickt und er hat mir seinen Segen gegeben.

 

Wie kommt ihre Arbeit denn in Israel an?

In Israel spiele ich schon seit den Achtzigerjahren. Das Yad Vashem hat mir zu Ehren sogar eine Zeremonie veranstaltet: Mir, als Nachkriegs-Deutsche, die die jüdische Kultur wiederbelebt! Weil ich seit 1987 jüdische Komponisten wie Kurt Weill singe.

 

Wie kam es dazu?

Meine erste Kurt Weill-Platte hatte sich weltweit vekauft, obwohl Deutsch damals überhaupt noch nicht salonfähig war, um es vorsichtig auszudrücken. Deutsch war völlig stigmatisiert durch die Nazis. Trotzdem war diese Platte über ein Jahr lang in den amerikanischen Charts auf Platz 1. Die Platte wurde an jeder Uni gespielt, als Vehikel zum Studium der Weimarer Republik. Dieser Aufnahme folgten weitere Kabarett-Songs jüdischer Komponisten wie Franz Waxmann, Marcellus Schiffer, Mischa Spoliansky oder Friedrich Hollaender.

 

Wie haben sie die Ehrung in Yad Vashem empfunden?

Am Abend nach dieser Gedenk-Veranstaltung in Yad Vashem stand ich auf der Bühne des Mann Auditorium in Tel Aviv und wollte mein Konzert beginnen, aber ich konnte nicht singen. Ich hatte einen Kloß im Hals, weil ich so überwältigt war. Das alles hatte etwas Spirituelles für mich, als habe sich ein Kreis geschlossen.

 

Woher kam diese Befindlichkeit?

Anfang meiner Zwanzigerjahre habe sehr gelitten unter der Tatsache, Deutsche zu sein. Das waren die ersten Jahre, die ich im Ausland gelebt habe. Ich musste mich damals mit der deutschen Geschichte identifizieren, mit den Verbrechen dieses Landes, in dem ich aufgewachsen bin. Und ich konnte damals nicht sehen, dass die Menschen meiner Generation ebenfalls gelitten haben. Wie gerne hätte ich mitbekommen, dass mein Bruder oder meine Cousine oder meine Mitschüler – dass sie sich „erbrochen“ hätten im Angesicht dieser Verbrechen. Mir aber hat das so weh getan! Ich habe dagesessen und habe geweint und geweint wegen dieses Ungetüms aus Scham und Verzweiflung.

 

Dazu passt ihr Image einer ‚Guten Deutschen’...

Die Leute und das Marketing lieben es, mich in diese Schublade zu stecken: groß, blond, Marlene Dietrich-Look.

 

Auch Marlene Dietrich wurde von den Deutschen geschmäht...

Hierzulande wurde ich lange Zeit vor allem als Musical-Star wahrgenommen - und verrissen. In den USA dagegen bin ich als Chanson-Sängerin berühmt geworden. Und das, obwohl noch 1990, als ich im Rockefeller-Center Kurt Weills „Moon of Alabama“ gesungen habe, ein paar Leute den Saal verlassen haben, weil sie die Musik dieses „Kommunisten“ nicht mochten. Das alles hat sich in den letzten 25 Jahren glücklicherweise ins Gegenteil gewendet. Selbst hierzulande kennt man inzwischen meinen eigentlichen Beruf: Sängerin!

 

 

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