Jonathan Scheiner Texte & Musik

16Okt/19Off

Wo Spott keine Grenzen kennt – Frauenpower im Iran

Heimsieg für die Frauen: Weibliche Hooligans erobern das letzte Männerreservat und lachen sich über ihre Nationalmannschaft schlapp

 

Das hatten sich die iranischen Sittenwächter anders vorgestellt: Erstmals hatten sie Frauen erlaubt, ein Fussballspiel live im Stadion zu besuchen - was zunächst ganz gut funktionierte, denn beim Spiel Iran-Nordkorea kam es weder zu duckmäuserischen Beifallsbekundungen noch zu ekstatischem Wedeln mit Kopftuch oder BH. Aber dann fiel das pöbelnde Weibsvolk doch noch aus der Rolle, weil sie die männlichen Kicker mit gebrauchten Binden bewarfen, wenn diese nach einem Foul am Boden liegen blieben – was ja gerne mal passiert unter wehleidigen Fussballern. Einige Dribbler wurden sogar mit gebrauchten Tampons mittels einer Zwille beschossen, was das Fass zum Überlaufen brachte. Der Nordkoreanische Botschafter hat umgehend Protest gegen das Spiel eingelegt, das im übrigen eine öde Nullnummer war. Und der Iranische Fussballverband hat künftig die Mitnahme von „feministischen Wurfgegenständen“ ins Stadion verboten. Der guten Laune der Besucherinnen hat das allerdings keinen Abbruch getan. 

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