Jonathan Scheiner Texte & Musik

7Nov/16Off

Opa-Jazz und die Musik von Frauen – Hinhören beim JazzFest Berlin

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Die Saxophonistin Mette Henriette

Während die einen noch immer über die Männerdominanz im Jazz schwadronieren, stehen Frauen längst auf der Bühne und spielen, was das Zeug hält. Dass den Zuhörern Augen und Ohren überlaufen. Beim diesjährigen JazzFest Berlin wurde das Glück der Gleichberechtigung der Geschlechter zumindest musikalisch eingelöst. Und noch viel mehr: Männlein wie Weiblein kamen aus dem Staunen nicht mehr raus, wie Mette Henriette die liegengelassenen Fäden ihrer skandinavischen Ahnen (Jan Garbarek, Terje Rypdal) wiederaufnahm und wundersam miteinander verknüpfte. Wie das verspielte Julia Hülsmann-Trio zwei Bläser integrierte, mühelos und wunderschön zugleich. Oder wie die beiden Deutschen Florian Weber und Angelika Niescier neben drei alten Haudegen aus New York bestachen. Wie beim Big Band-Konzert von Nik Bärtsch der grandiose Bassist Björn Meyer zum Dreh- und Angelpunkt wurde. Und wie weit angesichts von solcher Schönheit die Meinungen über die einzelnen Konzerte dann doch auseinandergingen. Viel Diskussionsstoff – wo immer man hinhörte. Auch beim Altmeister Jack DeJohnette, der sich mit Matt Garrison und Ravi Coltrane im 3. Jahrtausend duellierte. So jung und knackfrisch klingt: „Opa-Jazz“ von Frauen!

Die Pianistin Julia Hülsmann

Die Pianistin Julia Hülsmann

Beide Fotos: © Camille Blake

 

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