Jonathan Scheiner Texte & Musik

28Feb/11Off

Joann Sfar Interview

Erotik gehört immer dazu - Joann Sfar über Comics, Kino und sein sefardisch-aschkenasisches Erbe (Jüdische Allgemeine 27.01.2011)

Herr Sfar, vor Ihrem »Gainsbourg«-Film kannte man Sie nur in der Comic-Szene. Was hat der Kinoerfolg verändert?
Na, die Hotelbetten sind schon besser geworden, obwohl ich immer noch mit meinen Comics mehr Geld verdiene als mit meinen Filmen. Aber das wirklich Neue ist, dass ich als Regisseur nicht mehr alleine arbeite. Bei der Produktion des Films musste ich mich mit einem 300-köpfigen Team auseinandersetzen. Ich habe gelernt, dass ich nett zu Menschen sein muss.
Eine schwere Übung?
Nein, denn dafür bekommst du Liebe und Aufmerksamkeit, noch bevor dein Werk fertig ist. Als Comiczeichner ist das ganz anders. Da kräht kein Hahn nach dir, solange du alleine am Zeichentisch sitzt.
Im Film wie im Comic sind Ihre Themen Musik und Jüdischkeit. Erotik spielt auch immer eine große Rolle. Aber es stimmt schon. »Gainsbourg – Der Mann, der die Frauen liebte« ist ein Film über einen Musiker, der jüdisch ist. Gainsbourg kam aus einer Familie, für die klassische Musik und die schönen Künste große Bedeutung hatten. Deshalb hat er sich auch immer dafür geschämt, dass er nur Entertainment macht. Aber für jüdische Musik oder Klesmer hat er sich nicht interessiert. Ich glaube, er hat seinen jüdischen Hintergrund nur dafür gebraucht, um anderen Leuten ans Bein zu pissen.

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/9539/highlight/joann&sfar

 

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